Wie lange dauert eine Unfallreparatur?
Kurz beantwortet
Ein kleiner Lackschaden ist oft an einem bis zwei Tagen erledigt, eine Smart-Repair-Reparatur sogar in Stunden. Ein mittlerer Unfallschaden mit Teiletausch braucht meist drei bis fünf Arbeitstage, ein Strukturschaden mit Richtbank und Vermessung deutlich länger. Den größten Einfluss auf die Dauer haben Ersatzteilverfügbarkeit und die Freigabe durch die Versicherung.
Von Enes Ateş, Inhaber · Zuletzt geprüft am 22. September 2026
Die Dauer nach Schadensart
| Schaden | Reparaturzeit in der Werkstatt |
|---|---|
| Kratzer per Smart RepairSammelbegriff für Reparaturen, bei denen nur der beschädigte Bereich behandelt wird, statt das ganze Bauteil zu lackieren oder zu tauschen. Geeignet bei kleinen Kratzern, Diellen und Randschäden. Deutlich günstiger und schneller — aber nicht bei jedem Schaden möglich. | wenige Stunden |
| Lackierung eines Bauteils | ein bis zwei Arbeitstage |
| Delle ohne Lackschaden | Stunden bis ein Tag |
| Stoßfänger mit Sensorik | zwei bis drei Arbeitstage |
| Mittlerer Unfallschaden mit Teiletausch | drei bis fünf Arbeitstage |
| Strukturschaden mit RichtbankEine Vorrichtung, auf der ein verzogener Fahrzeugrahmen wieder in die Herstellermaße gezogen wird. Elektronisch vermessen, damit hinterher belegbar ist, dass die Geometrie stimmt. Ohne sie lässt sich ein Rahmenschaden nicht fachgerecht beheben. und Vermessung | ab einer Woche |
Diese Zeiten beziehen sich auf die Arbeit am Fahrzeug. Der Gesamtzeitraum von der Meldung bis zur Abholung ist oft länger — und die Gründe dafür liegen meist nicht in der Werkstatt.
Was den Gesamtzeitraum bestimmt
1. Begutachtung. Ein GutachtenEin unabhängiger Sachverständiger dokumentiert Schaden, Reparaturweg, Kosten, Wertminderung und Ausfalldauer. Bei unverschuldeten Unfällen zahlt die gegnerische Versicherung das Gutachten — und Sie dürfen den Sachverständigen selbst auswählen. braucht einen Termin und danach ein bis zwei Tage für das Gutachten.
2. Freigabe der Versicherung. Der häufigste Zeitfresser. Die Versicherung prüft das Gutachten und kürzt gelegentlich Positionen; bis das geklärt ist, vergehen Tage.
3. Ersatzteile. Gängige Teile sind über Nacht da. Bei selteneren Modellen, Fahrzeugen in Sonderfarbe oder Teilen aus laufender Produktion kann es Wochen dauern — darauf hat keine Werkstatt Einfluss.
4. Lacktrocknung. Lack braucht Zeit. Zwischen Grundierung, Basislack und KlarlackDie oberste, durchsichtige Lackschicht. Sie erzeugt den Glanz und schützt die darunterliegende Farbe vor UV-Licht, Steinschlag und Waschstraße. Ist nur der Klarlack beschädigt, reicht oft eine kleine Reparatur. liegen Ablüft- und Trocknungsphasen, die sich nicht sinnvoll abkürzen lassen. Wer hier drängt, bekommt eine Oberfläche, die nach einem Jahr Probleme macht.
5. Kalibrierung. Nach Arbeiten an Front, Scheibe oder Stoßfänger müssen Kamera und Radar neu eingelernt werden. Das ist ein eigener Arbeitsschritt mit eigenem Platzbedarf.
Wie Sie die Sache beschleunigen
- Früh melden. Je eher der Schaden bei uns liegt, desto eher läuft die Begutachtung an. Schicken Sie Fotos über den Schadensassistenten, dann können wir Ersatzteile bereits vorab prüfen.
- Vollständige Angaben. Kennzeichen, Erstzulassung, Versicherungsdaten und Schadennummer sparen Rückfragen.
- Ersatzteilfreigabe früh klären. Wir fragen die Verfügbarkeit an, sobald der Reparaturweg feststeht — nicht erst nach der Freigabe.
- Mobilität vorher regeln. Wer Ersatzwagen oder Nutzungsausfall rechtzeitig anmeldet, verliert keine Zeit an der Übergabe.
Wann Sie nicht weiterfahren sollten
Fahren Sie nicht weiter, wenn Beleuchtung oder Sicht beeinträchtigt sind, wenn Teile scharfkantig abstehen oder sich lösen können, wenn Reifen oder Felgen beschädigt sind, wenn Flüssigkeit austritt oder wenn Lenkung, Bremse oder Fahrwerk betroffen sein könnten.
In diesen Fällen rufen Sie an — wir organisieren die Bergung.